Honig – natürlich konservierte Kraftnahrung

Beitrag von Stefan Leifgen

Honig – natürlich konservierte Kraftnahrung

Honig – natürlich konservierte Kraftnahrung

Der Monat Juni ist der Hauptmonat, in dem die Bienen den meisten Nektar einsammeln und diesen in Honig verarbeiten. Bis zu ca. 3 kg Nektar kann ein Bienenvolk bei guter Tracht täglich eintragen; meist entsteht daraus etwa 1 kg Honig. Das Ganze ist natürlich winterungsabhängig. Wenn es regnet, fliegt die Biene nicht zum Sammeln von Nektar. Auch ist das Nahrungsangebot in der direkten Umgebung entscheidend. Dort, wo z. B. riesige Maisfelder sind (siehe Foto 1), haben die Bienen nur geringe Futterquellen.

Um sich ein Bild von der Leistung der Bienen zu machen, hier ein Vergleich: Manchmal werden dafür bis zu 2 Mio. Apfel- oder 60 Mio. Kleeblüten besucht. Die aufgesammelten Rohprodukte werden durch chemische (Zugabe von Enzymen im Speichel) und physikalische (Wasserentzug) Veränderungen leichter verdaulich und haltbar gemacht, eine dringende Notwendigkeit, will man ausschließlich mit dieser Diät überwintern. Auch in der menschlichen Speisekammer ist Honig bei sachgerechter Lagerung (fest verschlossen, trocken, unter 16 °C, dunkel, sauber) mehrere Jahre haltbar. Der hohe Zuckergehalt und wachstumshemmende Inhaltsstoffe unterbinden das Gedeihen von Mikroorganismen. Grundvoraussetzung für diese Unverderblichkeit: Nur reifen Honig ernten, der deutlich weniger als 18 % Wasser enthält! Dieser Wassergehalt wird vom Imker vor der Entnahme der Honigwaben mit einem Refraktometer geprüft.

Demnach muss der Imker speziell im Monat Juni darauf achten, dass aufgrund der hohen täglichen Einlagerungsmenge von ca. 1 kg Honig immer ausreichend leere Waben vorhanden sind. Wäre das der Fall, würden die Bienen den Honig in den Brutraum eintragen, und dann hätte die Königin keinen Platz mehr, um ihre Eier für den permanenten Nachwuchs abzulegen. Auch macht es keinen Sinn, wenn der Imker „pauschal“ eine komplette Zarge auf den vorhandenen Honigraum aufsetzen würde. Dann hätten die Bienen zwar genügend Platz, aber durch dieses zusätzliche Volumen würde sich auch das Klima in der Beute verändern. Ergebnis: Die Bienen wären irritiert und würden das Sammeln massiv reduzieren oder in den Brutraum eintragen.

Honig – natürlich konservierte Kraftnahrung
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