Im Juni ist viel zu tun.

Beitrag von Sabine Dahlmann

Im Juni ist viel zu tun.

Im Juni sind wir Imker viel beschäftigt: Schwarmkontrolle/-verhinderung, Honigraumkontrolle/-erweiterung oder dem ersten Schleudern. Doch dieses Mal möchte ich euch gar nicht von meinen Völkern berichten, sondern von den anderen Aktivitäten. Ich bin Mitglied in einem Imkerverein. Hier hat man die Gelegenheit, andere Bienenverrückte kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren. Zurzeit geht es einem sehr umtriebigen Mitglied unseres Vereins gesundheitlich nicht so gut, sodass ich ihm meine Hilfe angeboten habe. Ich dachte hier eigentlich daran, für ihn eine gewisse Zeit die wöchentliche Durchsicht seiner Völker zu unterstützen bzw. durchzuführen und, falls nötig, auch den ersten Honig zu schleudern. Doch am Ende habe ich ganz andere Aufgaben von ihm übertragen bekommen. Mein erster Einsatz war, einen Ableger in eine neue Beute umzusetzen und die frische Königin zu zeichnen. Mein zweiter Einsatz war, einem Neuimker in einer dreistündigen Sitzung das ABC des Imkern näherzubringen, das bei ihm im Garten befindliche Volk in eine andere Beute umzusetzen, einen Ableger zu bilden und ihm einen langen Einkaufszettel zu schreiben, was er unbedingt für die Arbeit mit/an den Bienen benötigt… Heute folgte dann mein dritter Einsatz. Es ging wieder zu Neuimkern, die kürzlich einen Schwarm bekommen hatten. Leider haben sie bemerkt, dass der Flugverkehr von Tag zu Tag nachließ und beim ersten Blick ins Volk keine Brut finden konnten. Dementsprechend stand die Vermutung im Raum, dass keine Königin vorhanden sein könnte. Also habe ich mich mit einer Weiselprobe ausgestattet auf den Weg zu ihnen gemacht, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Ende vom Lied: Es waren drei Wabengassen mit Bienen besetzt. Beim Ziehen der ersten Wabe fanden sich Eier und Maden. Auf der zweiten Wabe saß eine wunderschöne und sehr große Königin, die wir dann direkt gezeichnet haben. Wabe drei war bereits zu 2/3 mit verdeckelter Brut. Wabe vier war mit Honig gefüllt. Alle restlichen Rähmchen in der Beute müssen erst noch ausgebaut werden. Da man am Anfang seines Interesses für Bienen noch kaum Kenntnisse mitbringt, rate ich allen davon ab, sich in diesem Stadium schon eigene Bienen anzuschaffen / aufquatschen zu lassen!!! Bienen sind Lebewesen und verdienen einen fachkundigen Umgang mit ihnen. Bitte erst Theorie lernen und nach Möglichkeit Praxiserfahrung in Begleitung eines erfahrenen Imkers an dessen Völkern sammeln, bevor man sich selbst diese wundervollen Lebewesen zulegt.

Im Juni ist viel zu tun. Bild 1
Im Juni ist viel zu tun. Bild 2
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