
Beitrag von Stefan Leifgen
Die Honigernte
Im Mai sind vor allem die Vorbereitung und die Umsetzung der Honigernte übliche Tätigkeiten. Der Honig, der geerntet wird, wird dann als „Frühtracht“ bezeichnet. Die Rähmchen, die bereits im Winter mit den Wachsmittelwänden vorbereitet wurden, werden dann eingesetzt. Wie bereits in den anderen Berichten erwähnt, ist es notwendig, dass ausreichend fertige Rähmchen vorhanden sind.
Wenn die Bienen in der Nähe eines Rapsfeldes stehen, kann es vorkommen, dass sich der Honigraum innerhalb kurzer Zeit füllt. Eine Steigerung des Honiggehalts um 3 bis 4 kg pro Tag ist daher häufig äußerst realistisch. Der Imker kann den Zuwachs per App mithilfe einer „Stockwaage“ beobachten. Ein weiterer Honigraum mit Rähmchen ist dann notwendig. Andernfalls würden die Bienen ihre Einträge in den Brutraum ablegen, da sie keinen Platz für den eingetragenen Nektar haben. Dies wiederum würde dazu führen, dass es keinen Platz für eine neue Brut gäbe. In einfachen Worten handelt es sich um ein „Platzproblem“.
Ein Teil des Volkes schwärmt in einem solchen Fall mit der vorhandenen Königin ab, wenn dieses Szenario eintritt und der Imker nicht zeitnah reagiert. Ein Großteil der Bienen zieht dann mit ihrer alten Königin aus dem Bienenstock aus. Am Ende hängen sie dann wie eine Traube an einem Zweig eines Baumes.
Erst müssen sich die übrigen Bienen eine neue Königin „bilden“. Diese muss dann noch begattet werden, bevor sie ihre eigenen Nachkommen hervorbringen kann. Es dauert hier etwa 30 Tage, in denen die Bienen fast keinen Nektar einnehmen oder in Honig umwandeln. Auch wenn es im Frühjahr eine große Anzahl von Bienen im Bienenstock gab und diese Bienen auch viel Nektar gesammelt haben, kommt es zu einem unerwarteten Stillstand. Infolgedessen schaut ein Imker im Mai mehrmals pro Woche in seine Völker und reagiert zeitnah darauf. Es werden die alten Waben ausgebaut und durch neue ersetzt. Auf diese Weise arbeiten die Bienen immer, und der natürliche Schwarmtrieb wird behindert oder unterdrückt.
Einer erfolgreichen Honigernte ist nichts mehr im Wege, wenn der Imker sich um alles gekümmert hat. Es wird dem Imker sehr schwerfallen, den Honig in seine Imkerei zu bringen. Ein Honigraum, d. h. eine vollständige Zarge, wiegt normalerweise ungefähr 15 bis 20 kg. Trotzdem ist der Imker stolz auf seine Bienen und erledigt diese Arbeit sehr gerne.

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