
Beitrag von Gründer Angelika
Weichenstellung für den Winter
Jetzt werden die Weichen für den Winter gestellt
Im September wird es am Bienenstand spürbar ruhiger. Die großen Trachten sind beendet, die Tage werden kürzer und die Nächte bereits deutlich kühler. Für die Bienenvölker beginnt nun die entscheidende Vorbereitung auf den Winter. Was in diesem Monat versäumt wird, lässt sich später oft nur noch schwer ausgleichen. Restauffütterung, Varroakontrolle, das Beurteilen schwacher Völker und der Schutz vor Mäusen gehören deshalb zu den wichtigsten Arbeiten.
Auch wenn die Hauptauffütterung bereits abgeschlossen sein sollte, lohnt sich im September eine sorgfältige Gewichtskontrolle aller Völker. Der äußere Eindruck kann täuschen: Ein starkes Volk mit vielen Bienen kann deutlich weniger Vorräte besitzen als erwartet.
Am zuverlässigsten ist es, die Beuten anzuheben oder mit einer Stockwaage zu kontrollieren. Dabei sollten vor allem auffallend leichte Völker überprüft werden. Fehlt noch Winterfutter, muss die Restauffütterung möglichst zügig erfolgen. Solange die Temperaturen ausreichend hoch sind, können die Bienen Flüssigfutter noch gut abnehmen, einlagern und verdeckeln.
Beim Füttern ist auf sauberes und bienendichtes Arbeiten zu achten. Verschüttetes Futter und undichte Futtergeschirre fördern Räuberei. Gerade im September sind die Völker aufmerksam gegenüber fremden Futterquellen. Deshalb sollte möglichst abends gefüttert und das Flugloch bei kleineren Einheiten entsprechend eingeengt werden.
Schwache Völker richtig beurteilen!
Nicht jedes kleine Volk ist automatisch verloren. Entscheidend ist, warum es schwach ist. Bevor eine Vereinigung vorgenommen wird, müssen Königin, Brutbild, Futtervorrat und Gesundheitszustand kontrolliert werden. Ein kleines, aber gesundes Volk mit einer jungen Königin kann durchaus überwinterungsfähig sein. Ein dauerhaft schwaches, weiselloses oder schlecht entwickeltes Volk hat hingegen nur geringe Chancen, sicher durch den Winter zu kommen.
Schwache Völker sollten nicht aus falsch verstandener Rücksicht um jeden Preis erhalten werden. Zwei Einheiten, die beide zu klein zum Überwintern sind, ergeben vereinigt häufig ein starkes und lebensfähiges Volk. Voraussetzung ist jedoch, dass keine Hinweise auf ansteckende Krankheiten bestehen. Kranke oder verdächtige Völker dürfen keinesfalls mit gesunden vereinigt werden.
Vor der Vereinigung wird entschieden, welche Königin bleiben soll. In der Regel erhält die jüngere oder leistungsfähigere Königin den Vorzug. Bewährt hat sich die Vereinigung über Zeitungspapier: Das schwächere Volk wird am Abend über das stärkere gesetzt und durch eine Lage Papier getrennt. Die Bienen nagen das Papier langsam durch und können sich dabei an den Geruch des jeweils anderen Volkes gewöhnen. So entsteht mit vergleichsweise wenig Unruhe eine gemeinsame Einheit.
Mit dem Ende der Sommerbehandlung ist die Varroaarbeit noch nicht abgeschlossen. Gerade jetzt entstehen die langlebigen Winterbienen, deren Gesundheit wesentlich über den Erfolg der Überwinterung entscheidet. Eine zu hohe Milbenbelastung kann dazu führen, dass ein im September noch stark erscheinendes Volk im Spätherbst plötzlich zusammenbricht.
Nach einer Behandlung sollte deshalb unbedingt eine Erfolgskontrolle erfolgen. Eine eingelegte und geschützte Bodeneinlage ermöglicht es, den natürlichen Milbenfall über mehrere Tage zu beobachten. Wichtig ist nicht nur die absolute Zahl der gefallenen Milben, sondern auch der Vergleich zwischen den einzelnen Völkern. Auffällige Unterschiede können auf Reinvasion, eine unzureichende Behandlung oder eine besonders hohe Restbelastung hinweisen.
Mäusegitter rechtzeitig anbringen!
Mit den ersten kühlen Nächten suchen Mäuse geschützte und warme Winterquartiere. Ein Bienenstock bietet ihnen Wärme, Ruhe und Nahrung. Haben sie sich erst einmal eingenistet, können sie Waben zerstören, Vorräte verunreinigen und erhebliche Unruhe im Wintersitz verursachen.
Sind all diese Punkte geklärt, sollten die Völker zunehmend in Ruhe gelassen werden. Jede unnötige Durchsicht stört die Ordnung im Brutnest und kostet Energie. Ein aufmerksamer Blick auf Flugloch, Gewicht und Bodeneinlage liefert nun oft mehr Informationen als das wiederholte Öffnen der Beute. Der September ist damit kein bloßer Ausklang des Bienenjahres, sondern einer seiner entscheidenden Monate.

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VAV Versicherungs-AG