Beitrag von Gründer Angelika
Einfütterung und Varroabehandlung
Nach der letzten Honigernte ist die Arbeit an den Bienenvölkern noch lange nicht abgeschlossen. Im Gegenteil, jetzt beginnt für die Bienenvölker eine besonders wichtige Phase, denn bereits im Spätsommer werden die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung und einen guten Start ins nächste Frühjahr geschaffen.
Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Einfütterung und die Kontrolle beziehungsweise Behandlung der Varroamilbe.
Ein zentraler Punkt ist die Einfütterung. Durch die Honigernte wurde ein Teil der Vorräte entnommen, deshalb kontrollieren wir jedes Volk auf seinen vorhandenen Futterbestand und ergänzen diesen gezielt. Die benötigte Menge richtet sich nach Volksstärke, Beutensystem und bereits eingelagerten Reserven. Wichtig ist dabei nicht nur die Futtermenge, sondern auch, dass die Bienen genügend Zeit haben, das Futter aufzunehmen, umzuarbeiten und einzulagern.
Parallel dazu widmen wir der Varroamilbe (Varroa destructor) besondere Aufmerksamkeit. Dieser Parasit vermehrt sich in der verdeckelten Brut und kann Bienenvölker erheblich schwächen und sogar zum Tod des Volkes führen.
Deshalb wird der Befallsgrad regelmäßig überprüft, beispielsweise über den natürlichen Milbenfall oder andere geeignete Diagnosemethoden. Auf Grundlage dieser Kontrolle wird entschieden, in welchem Umfang eine Behandlung erforderlich ist. Dabei kommen ausschließlich geeignete und zugelassene Verfahren zum Einsatz. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt, die Temperaturbedingungen, die vorhandene Brut und die jeweilige Situation im Volk.
Besonders wichtig ist die Behandlung nach der Honigernte, weil zu diesem Zeitpunkt die sogenannten Winterbienen heranwachsen. Diese unterscheiden sich deutlich von den kurzlebigeren Sommerbienen. Sie müssen mehrere Monate überleben und das Volk bis ins kommende Frühjahr tragen. Eine möglichst geringe Varroabelastung während ihrer Entwicklung ist daher ein wesentlicher Faktor für die Überwinterungsfähigkeit eines Bienenvolkes.
Einfütterung und Varroabehandlung sind somit keine Abschlussarbeiten nach der Honigernte, sondern bereits der Beginn des nächsten Bienenjahres. Wer jetzt sorgfältig arbeitet, schafft die Grundlage dafür, dass die Völker gesund, kräftig und mit ausreichenden Reserven durch den Winter kommen.

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VAV Versicherungs-AG