Die Honigernte – wann ist Honig eigentlich reif?

Beitrag von Gründer Angelika

Die Honigernte – wann ist Honig eigentlich reif?

Die Honigernte gehört zu den wichtigsten Arbeiten im Bienenjahr und verlangt viel Aufmerksamkeit und Erfahrung. Geerntet wird nämlich nicht einfach dann, wenn die Waben gefüllt sind, sondern erst dann, wenn der Honig wirklich reif ist. Während die Bienen Nektar oder Honigtau eintragen, wird dieser im Stock weiterverarbeitet. Dabei entziehen die Bienen dem Honig nach und nach Wasser und lagern ihn in den Waben ein. Ist dieser Reifeprozess abgeschlossen, werden die Wabenzellen meist mit einer feinen Wachsschicht verdeckelt.

Ein wichtiges Merkmal für reifen Honig ist die Verdeckelung der Waben. Dabei verschließen die Bienen die gefüllten Zellen mit einer feinen Wachsschicht. Sie zeigt an, dass der Reifungsprozess weitgehend abgeschlossen ist. Vor der Ernte wird jedoch nicht nur auf das Erscheinungsbild der Waben geachtet, sondern vor allem auf den tatsächlichen Wassergehalt. Dieser ist entscheidend für Haltbarkeit und Qualität des Honigs, denn ein zu hoher Wasseranteil kann die Gärung begünstigen.

Zur genauen Kontrolle wird in der Imkerei ein Refraktometer verwendet. Mit diesem Messgerät lässt sich der Wassergehalt des Honigs präzise bestimmen. Es ist damit ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung und hilft, den optimalen Erntezeitpunkt festzulegen. So wird sichergestellt, dass nur ausreichend gereifter Honig geerntet und abgefüllt wird.

Nach der Entnahme aus dem Honigraum werden die Waben entdeckelt und der Honig durch Schleudern gewonnen. Anschließend wird er sorgfältig gesiebt, um Wachsteilchen und andere natürliche Rückstände zu entfernen. Danach folgt eine Ruhephase im Reifebehälter, in der Luftbläschen und feinste Partikel an die Oberfläche steigen können. Erst danach wird der Honig abgefüllt.

Die Honigernte ist somit nicht nur ein handwerklicher, sondern auch ein qualitativer Auswahlprozess. Ziel ist es, ein naturbelassenes Lebensmittel mit hoher Reife, guter Lagerfähigkeit und sortentypischem Aroma zu gewinnen.

Jede Ernte spiegelt wider, was die Bienen in ihrer Umgebung gesammelt haben. Blüte, Wetter, Standort und Jahreszeit prägen jede Ernte auf ihre eigene Weise. So entsteht ein Naturprodukt, das nicht nur hochwertig, sondern auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich und damit immer etwas Besonderes ist.

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