Januar 2023

Beitrag von Annamaria Wackernell

Januar 2023

Hallo liebe Bienenfreunde!

Hallo liebe Imkerkollegen aus Wien!

Eigentlich habe ich im Januar nicht damit gerechnet, dass mein VAV-Pflegevolk den Winter überlebt. Es ist bis März immer noch nicht 100% sicher, dass alles gut geht. Wir hatten sehr komische Wetterverhältnisse. Kalt und warm haben sich abgewechselt, und die Traube des Pflegevolkes war im vorigen Monat sehr klein. Jetzt konnte ich bei ca. 8 Grad kurz nachschauen, ob sie noch leben. Spuren auf der sogenannten Windel zeigen den Bienentraubensitz, keine toten Bienen im Bodenbereich. All das ist ein gutes Zeichen, und die Bienchen sitzen alle oben unter der Folie. Ich hoffe, es geht aufwärts.

Ich bin keine Imkerin, die einen Tagesblog über ihre einzelnen Bienen schreibt oder jeden Bienenflug ausführlich über alle Medien dokumentiert. Ich bin auch keine Kampfimkerin (wie mein Mann einige Imker gelegentlich nennt), ich bin auch kein Mann, wie die meisten im 2. Bezirk, die, als Imkern ein Hype geworden ist, im Prater zu imkern begonnen haben. Bin auch keine Superheldin im 2. Bezirk.

Ich bin nur eine Frau, die in dieser Männerdomäne akzeptiert wurde (besser formuliert: sich 2012 durchgesetzt hat), eine einfache Hobbyimkerin, Stadtimkerin mit Platzproblemen, mit Lagerschwierigkeiten. Der Kostenfaktor, was Imkern betrifft, war mir immer schon völlig egal. Ich mache diese Imkerei mit Herz und Seele und habe deswegen auch vor Jahren beim ARGES Bienenkunde - Abt. Saatgut ein freiwilliges unbezahltes Praktikum im Rahmen meiner HTL-Chemieausbildung im Tageskolleg, Rosensteingasse – Fachrichtung Umwelttechnik, genossen und viel dazugelernt.

De facto imkere ich nicht des Gewinns zuliebe. Ich bin eine, die auf die althergebrachte Weise imkern möchte, ohne čistí šašci, ohne Stockwaage, ohne Wärmetherapie! Das mache ich lieber bei meinen Patienten. Ich brauche für mein FRAUEN-Ego nicht jeden Tag einen Tagesbericht auf meiner Homepage über den täglichen Bienenflug im Prater zu schreiben. Zusätzlich brauche ich auch kein teures Rad, das mir die Stadt Wien oder irgendjemand finanziert, damit ich voll grün zu meinen Bienen fahren kann. Ich schaffe das OHNE! und habe es geschafft. Ich bin grün, aber nicht übergrün! Ich will nur generell, dass es den Bienen gut geht und meine Kinder eine Zukunft haben. So wie meinen Patienten in der PFLEGE. Pflege ist in aller Munde, trotzdem haben viele meiner Generation immer noch im wahrsten Sinne des Wortes keine Ahnung, was es bedeutet, in der Altenpflege zu arbeiten. Genauso ist die Arbeit mit den Bienen, es ist nicht immer nur HONIGSCHLECKEN, so wie das von vielen tatsächlich geglaubt wird, es steckt viel mehr dahinter! Kein Sommerurlaub, viel Schwitzen in der Hitze und viel Heben und Schleppen, sich zu vernetzen, Vereinsabende besuchen und ohne zu vergessen auch die vielen Stiche, die man/frau gelegentlich beim Arbeiten mitbekommt.

Ich mache es nicht wegen der HEUTE-Werbung oder damit mich jemand für meine Arbeit oder einen coolen Blog bewundert oder folgt. Ich mache es auch nicht mit meiner ganzen Familie als Familienbetrieb, ich mache alles alleine und freue mich über altbewährte Mundpropaganda, über kleine persönliche Einzelverkäufe, die mir viel bedeuten.

Ich brauche kein Bio- oder andere teure Gütesiegel, Auszeichnungen, weil ich weiß, dass mein Honig super toll schmeckt. Ich weiß es ohne Laborprotokolle, dass ich mit einem hochqualitativen Honig, auch ohne teure BIO-Qualität aus dem Landschaftsschutzgebiet Prater, dienen kann.

Ich habe auf die Oxalsäurebehandlung verzichtet, viele Imker werden mich verpönen, hatte aber früher einige Winter, in denen meine Völker nach dieser Behandlung so richtig gestorben sind. Alles mit Maß und Ziel, "Sola dosis facit venenum".

Bleibt gesund und schaut auf die Bienen, dass sie nicht so gefürchtet werden, wie ich es von einigen Leuten immer wieder höre. Wir, die Menschheit, sollten uns fürchten, wenn es sie nicht mehr gibt!

Zusätzliche Information: Im Januar ist es wichtig, die Bienenstöcke regelmäßig auf ihre Gesundheit zu überprüfen, ohne sie zu sehr zu stören. Die Bienen befinden sich in der Wintertraube und benötigen Ruhe, um ihre Energiereserven zu schonen. Eine ausreichende Futterversorgung ist entscheidend, da die Bienen in dieser Zeit von ihren Vorräten leben.

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