November - Drecksarbeit
Ach ja, was macht der Imker im Herbst/Winter, wenn er nicht mehr so oft an die Bienen muss? Langweilen? Däumchen drehen? Nee, ganz im Gegenteil. Auch in den kühleren Monaten ist einiges zu tun. Ich habe einen der trockenen Tage dazu genutzt, die ausgeschmolzenen Rähmchen abzukochen. Wie immer gibt es hier zig Möglichkeiten, wie man es machen kann. Da ich nur wenige Völker habe, lohnt sich die Anschaffung teurer Spezialgeräte oder einer extra Spülmaschine nicht. Daher nutze ich eine kostenschonende, dafür aber sehr arbeitsintensive Variante, nach der ich dringend duschen und regelmäßig mit Rückenschmerzen aufs Heizkissen muss. Und das läuft so: Ich bereite in einer Feuerschale ein zünftiges Lagerfeuer mit dicken Holzscheiten. Sobald es schön zündelt, wird ein großer, mit Wasser gefüllter Topf oben drauf platziert und zum Kochen gebracht. Nach etwa einer Stunde ist das Wasser heiß genug und kann mit Waschsoda angereichert werden. Anschließend kommen immer drei, vier Rähmchen in das heiße Wasser. Nach wenigen Minuten zieht man sie nacheinander heraus und bürstet sie ab. Da mein Topf sie nicht vollständig bedeckt, stecke ich sie anschließend kopfüber erneut in den Topf und bearbeite die zweite Seite auf die gleiche Art und Weise. Das Sodawasser löst die Verschmutzungen effektiv und verfärbt sich nach kurzer Zeit orange/braun. Zudem bildet sich eine ekelige, schaumige Schicht an der Wasseroberfläche, die regelmäßig abgeschöpft werden sollte. Alles in allem habe ich sieben Stunden über den Kessel gebückt verbracht und mich selbst ordentlich eingeräuchert und schmutzig gemacht. Danach weiß man, warum Hexen immer mit Buckel assoziiert werden, denn diese Art der Körperhaltung ist wenig förderlich. Klugerweise habe ich dieses Mal zumindest Gummihandschuhe getragen, sodass ich nicht wieder eine Woche lang mit verfärbten Händen herumlaufen muss. Jetzt stehen die frisch gereinigten Rähmchen luftig in der Garage, um noch austrocknen zu können, bevor ich sie in ein bis zwei Wochen ordentlich wegräume und endlich wieder etwas klar Schiff bei meinem Material machen kann.
Im November ist es wichtig, die Bienenstöcke winterfest zu machen. Dazu gehört, die Fluglöcher zu verkleinern, um Mäuse fernzuhalten, und die Dämmung zu überprüfen, damit die Bienen gut durch die kalte Jahreszeit kommen. Auch die Varroa-Behandlung sollte abgeschlossen sein, um die Bienengesundheit zu sichern.
