Erntezeit

Beitrag von David Bergmann

Erntezeit

Aus Zeitmangel habe ich heuer erst Anfang Juli geerntet. Die Ernte ist immer mit einiger Vorbereitung verbunden. Da ich selbst keinen Schleuder- und Verarbeitungsraum habe, miete ich mich bei Mios Bienenladen ein, der seinen perfekt eingerichteten Verarbeitungsraum vermietet. Dort gibt es einen praktischen Entdeckelungstisch und eine große Honigschleuder, in der man 20 Rähmchen gleichzeitig schleudern kann. Die Ernte beginnt mit dem Einsetzen der Bienenfluchten in den Bienenbeuten. Das ist eine Durchgangssperre für Bienen, durch die sie nur aus den Honigräumen, aber nicht wieder zurückgehen können. Damit macht man die Honigzargen, in denen die Bienen ihren Honig lagern, so gut wie bienenfrei. Die Bienenfluchten sollten mindestens 24 Stunden vor der Ernte eingesetzt werden. Nach diesen 24 Stunden, idealerweise zeitig in der Früh, werden die Honigzargen abgeräumt und zum Schleuderraum transportiert. Dort wird jede Wabe mit einem speziellen Werkzeug entdeckelt und dann ausgeschleudert. Der Honig läuft durch mehrere Siebe in Lagerkübel. Dort ruht der Honig für mindestens eine Woche, in der er klärt und der Honigschaum abgezogen wird. Dann ist der Honig fertig für die Abfüllung. Die leeren Honigzargen kommen wieder für ca. 24 Stunden auf die Bienenbeuten, damit die Bienen den restlichen Honig aus den Zargen ausschlecken. Danach werden die Honigzargen trocken und luftig bis zum nächsten Jahr gelagert. Diese Zeit ist immer sehr arbeitsintensiv, aber auch sehr erfüllend. Nach der Ernte wird gleich gefüttert, damit die Bienen keinen Futterabriss haben und sich und ihre Brut gut versorgt sind. Bei der heurigen Dürre ist das besonders wichtig, denn auch wenn jetzt z.B. die Robinie blüht, hat sie aufgrund der herrschenden Trockenheit kaum Nektar.

Erntezeit Bild 1
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