
Beitrag von Andrea Bernhard
Hitzewelle - Thermoregulation und Ressourcenmanagement im Bienenstock
Das Bienenvolk ist ein hochorganisiertes System, das zentrale Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Nahrungsversorgung aktiv steuert. Zwei wesentliche Verhaltensweisen sind dabei das Fächeln von Luft sowie der gezielte Wassertransport.
Warum fächeln Bienen Luft in den Stock? --> siehe Foto
Das sogenannte Fächeln dient in erster Linie der Thermoregulation und Belüftung des Bienenstocks. Arbeiterinnen positionieren sich am Flugloch oder im Stockinneren und schlagen mit ihren Flügeln, um Luftströme zu erzeugen. Ziele dieses Verhaltens:
Temperaturstabilisierung: Die Brut benötigt konstant etwa 34–35 °C. Bei Hitze wird durch Luftaustausch Wärme abgeführt.
Feuchtigkeitsregulierung: Beim Eindicken von Nektar zu Honig wird überschüssiges Wasser verdunstet; das Fächeln beschleunigt diesen Prozess.
CO₂-Abtransport: Ein geregelter Luftstrom sorgt für ausreichende Sauerstoffversorgung im Stock.
Wie bringen Bienen Wasser in den Stock?
Spezialisierte Wasserholerinnen sammeln Wasser mit ihrem Saugrüssel und speichern es im Honigmagen. Im Stock geben sie es an andere Arbeiterinnen weiter oder lagern es in Zellen ab. Das Wasser wird verwendet für:
Kühlung des Stocks (Verdunstungskälte, insbesondere in Verbindung mit Fächeln)
Verdünnung von Futter (z. B. kristallisiertem Honig)
Versorgung der Brut (Bestandteil des Futtersaftes)
Ihr seht – es ist immer was zu tun für unsere Arbeiterbienchen. Fleißig und immer aktiv. Aber schlafen Bienen eigentlich? Nun ja, Bienen zeigen nur ruheähnliche Zustände, d. h. wenn sie im Stock sind, dann bewegen sie sich kaum, die Fühler hängen runter und die Muskelspannung ist reduziert. Ihre Augen schließen sie nicht.


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