Juni – Rekordernte der Frühtracht und eine Herausforderung durch Pflanzenschutzmittel.

Beitrag von Hermann Norden

Juni – Rekordernte der Frühtracht und eine Herausforderung durch Pflanzenschutzmittel.

Der Juni brachte am Bienenstand der WobauOH in Eutin sowohl einen großen Grund zur Freude als auch eine ernste imkerliche Herausforderung. Die Völker zeigen weiterhin, wie eng die Stadtimkerei mit der direkten Umgebung verzahnt ist.

Ein absolutes Highlight des Monats liegt rund zwei Wochen zurück: Die erste große Honigernte des Jahres, die Frühtracht, wurde erfolgreich geschleudert. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen und ist überaus adäquat ausgefallen. Der frisch geerntete Honig befindet sich aktuell in der Reifephase und wird in den kommenden Tagen sorgfältig cremig gerührt, bevor er in die Gläser abgefüllt werden kann. Wir freuen uns schon jetzt darauf, das fertige Ergebnis bald präsentieren zu können.

Wichtig zu betonen ist, dass bis zum Zeitpunkt des Schleuderns alle Völker absolut unauffällig und bei bester Gesundheit waren. Der besorgniserregende Vorfall ereignete sich erst jetzt im Nachgang, nachdem der Honig bereits vollständig von den Völkern heruntergenommen worden war.

Bei der jüngsten Durchsicht zeigte sich dann bei einem der fünf Völker ein trauriges Bild: Vor der Beute wurde eine ungewöhnlich große Menge toter Bienen vorgefunden. Bei der sofortigen, intensiven Untersuchung des Schadvolkes erhärtete sich der Verdacht auf eine akute Pestizidvergiftung: Viele Bienen lagen mit herausgestreckter Zunge auf dem Boden – ein klassisches Symptom für den Kontakt mit chemischen Pflanzenschutzmitteln.

Da alle anderen vier Völker am Stand weiterhin vollkommen gesund sind, eine hervorragende Volksstärke aufweisen und bereits fleißig den Honig für die Sommertracht einbringen, handelt es sich glücklicherweise um ein isoliertes Ereignis. Es ist davon auszugehen, dass dieses eine Volk gezielt eine einzige, frisch behandelte Pflanzung oder einen privaten Gärtner in der Umgebung angeflogen hat. Eine offizielle Meldung ist daher nicht zielführend, da der genaue Verursacher im städtischen Raum kaum nachzuweisen ist.

Es wurden umgehend umfassende Rettungsmaßnahmen eingeleitet: Das betroffene Volk wurde komplett runderneuert, belastete Futtervorräte und Waben wurden vollständig entnommen und ausgetauscht. Die noch lebenden Bienen wurden gesichert, um sie trockenlaufen zu lassen. Da bei der Durchsicht aktuell keine Königin mehr gesichtet werden konnte, besteht hier das Risiko eines Totalverlustes für dieses spezifische Volk. Der Imker wird den Stand in den nächsten Tagen engmaschig und täglich besuchen, um die verbliebenen Bienen intensiv zu beobachten und zu betreuen.

Trotz dieses Rückschlags bei dem einen Volk blicken wir positiv auf die restlichen vier Einheiten, die sich in absoluter Topform präsentieren und das Trachtangebot in Eutin weiterhin optimal nutzen.

Juni – Rekordernte der Frühtracht und eine Herausforderung durch Pflanzenschutzmittel. Bild 1
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